Das Außergewöhnliche denken – Schokofair mit KiKA in Berlin

2.6.2014
Unsere Schokofair Schüler unterstützten als KiKA-Zukunftsmacher die Präsentation der Ergebnisse des KiKA-Nachhaltigkeitstages auf der 14.Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung im Berlin Congress Center!
Es gab viele Vorträge und Diskussionen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte ihre Nachhaltigkeitsstrategie vor.  Sie sagte unter anderem: „Jeder Mensch auf unserem Planeten hat ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben.“  Wir haben „eine Welt – eine Verantwortung“ und sollten Handelspartnern in der 3.Welt „faire Preise zahlen“.

Zusammen mit Felix als bekanntem KiKA-Moderator wurde mit Andreas Jung (Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Nachhaltigkeitsbeirates) über Kinderrechte diskutiert.

KiKA-Zukunftsmacher David (18 J.) brachte den Datenschutz im Internet zur Sprache. Hier werden klare gesetzliche Vorgaben erwünscht, die Textwüsten bei den AGBs beenden und den persönlichen Schutz erhöhen. Merve und Frederic (beide 14 J.) brachten gleich zwei Wünsche vor, in der Hoffnung, dass doppelt eben besser klappt.

Sie stellten zum einen den Schokoladen-TÜV vor, den die Kinder des KiKA-Nachhaltigkeitstages wünschten. Sie griffen dabei übrigens eine Idee von Ranga Yogeshwar auf, der anlässlich der Bangladesh-Textilfabrikkatastrophe bei Günther Jauch einen TÜV auch für die Einhaltung der Menschenrechte bei Importen wie Baumwolle forderte. Auch für Kakao sollten die Unternehmen mehr Verantwortung für die Einhaltung unserer Gesetze übernehmen. Am besten per Gesetz, denn solange es freiwillig bleibt, halten sich viele Firmen leider nicht daran und wollen lieber viel Geld verdienen.

Auch die 2 Cent mehr auf jede Tafel Schokolade als Direkthilfe zur Abschaffung der Kinderarbeit bei den Kakaoernten stellten Frederic und Merve vor. Sie sind überzeugt: Wenn alle mitmachen (Verbraucher, Einzelhandel, Schokofirmen) kommen hunderte von Millionen Euro als Soforthilfe für die Verbesserung der Lage der Kinder der Kakaobauern zusammen.

Zur Erläuterung ihrer Idee, hier einige Hintergrundfakten und Infos:

Bei einer Umfrage der Schüler hatten über 90 % der Befragten „Ja“ zu den 2 Cent mehr gesagt. Auch die EDEKA Kette Zurheide erklärte sich bereit mitzumachen. Aber: Ohne die großen Schokofirmen wird es nicht klappen. (https://www.youtube.com/watch?v=T7IUjrQztfQ)

Zertifizierte Schokowaren (Fairtrade, GEPA, UTZ Certified, Rainforest Alliance), die sich besonders für Nachhaltigkeit und gegen Kinderarbeit einsetzen, machen noch nicht einmal 10 % des ganzen Schokoangebots aus.

Laut Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) steigt der Ankaufsanteil zertifizierten Kakaos. Einige Schoko-Firmen kaufen so wenig zertifizierten Kakao, dass sie kein Siegel auf den Verpackungen drucken dürfen. Aber sie können gegenüber Kritikern behaupten, sie hätten ja bereits mit Nachhaltigkeit begonnen. Einige dagegen hoffen noch darauf, ohne Siegel auszukommen.

Ein weiteres Problem: Das weltweite Angebot an zertifiziertem Kakao ist noch nicht groß genug!

Von Interesse könnte auch sein, dass Schokofair wahrscheinlich nicht ganz unschuldig daran ist, dass FERRERO 20.000 Tonnen Fairtrade-Kakao aufkauft und damit zum größten Abnehmer zertifizierten Kakaos in Deutschland wird (http://www.fairtrade-deutschland.de/nc/top/nachricht/article/ferrero-kauft-fairtrade-kakao/). Es gibt also bereits Erfolge und Bewegungen bei den Konzernen, wenn es öffentlichen Druck gibt (siehe auch die Sarah ConnorProtest-Aktion von Schokofair zu „Dein Gesicht auf Kinderschokolade“ http://www.schokofair.de/blog/casting-abgesagt-schokofair-sprengt-kinderschokoladen-casting).

Auch die vielen Auszeichnungen der Schokofair Schülerinnen und Schüler z.B. als amtierende UNICEF-Junior Botschafter Deutschlands (http://www.schokofair.de/blog/schokofair-wird-juniorbotschafter-der-unicef), Fairtrade Award Preisträger 2014 (http://www.fairtrade-deutschland.de/nc/top/news/detailseite-news-startseite/article/4-fairtrade-awards-verliehen/) und WDR-Kinderrechtepreisträger 2012 (http://www.schokofair.de/blog/schokofair-gewinnt-beim-wdr-kinderrechtepreis) helfen mit, dass ihr Anliegen mehr Gehör findet.

Die großen Konzerne versprechen nun bis 2020 oder 2025  auf  zertifizierten Kakao umzusteigen. Den Schokofairs wie Frederic und Merve dauert dies aber zu lange.

Schon 2001 haben die Schokohersteller in der Welt beim „Harkin-Engel-Protokoll“ versprochen bis 2005 die schlimmsten Formen der Kinderarbeit abzuschaffen. Sie haben ihr Wort leider nicht gehalten (http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/gegenmassnahmen/wirtschafts-initiativen/kakaoprotokoll/).

Nicht nur die Schokofairs fragen sich: Warum sollte diesmal das Versprechen für 2020/2025 eingehalten werden?

Andreas Jung versprach, die Wünsche der KiKA-Delegierten aufzugreifen und sagte, dass er sich für Gespräche über diese Themen mit ihnen im Rahmen des Bundestags einsetzen wird. 

Konstantin Wecker schloss die Nachhaltigkeitstagung musikalisch ab und machte vorher den KiKA-Delegierten Mut. Konstantin Wecker sagte sinngemäß, sie sollten zu eigenen Ideen stehen, auch wenn sie damit mal Außenseiter sind. Mitläufer hätten wir schon genug. Die Begeisterung der KiKA-Delegierten beim Einsatz für die Kinderrechte sei für unsere Zukunft wichtig. Wir sollten uns immer erlauben, von einer fairen Welt zu träumen und was dafür tun.10308553_639614892780787_3660028702272435305_n 10336611_639608939448049_8679364188001983956_n 1781986_639611092781167_5402578934793247907_n 10440279_639376349471308_8606874112132304124_nIMG_2007


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