Podiumsdiskussion zur Ausbildungsplatz-Situation

Was machen nach der Schule? Schule oder Ausbildung? Wie bewerbe ich mich richtig? Wo habe ich gute Chancen? Am 29. Februar 2012 konnten sich alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und deren Eltern ab 19.30 Uhr in der Aula unserer Schule über solche und andere Fragen informieren.

Unter Leitung unserer Schulleiterin Frau Planken diskutierten auf dem Podium, Frau Zils von der Agentur für Arbeit mit einer Mitarbeiterin, Herr Lupp, Friseurmeister in Düsseldorf und Herr Zuck, Malermeister und Vater von Maurice und Marcel aus der 9c. Herr Weißmann von der Handwerkskammer Düsseldorf war zwar kurz da und hat, wie die anderen, ganz viel Informationsmaterial ausgelegt, konnte aber nicht an der Podiumsdiskussion teilnehmen, da er wegen einer Erkältung keine Stimme hatte.

Auf dem Podium ging es zeitweise hoch her, als z.B. der Friseurmeister Lupo das Outfit einiger anwesenden Schülerinnen und Schüler genauso kritisierte, wie Kaugummi-Kauen oder Ohrstöpseltragen während der Veranstaltung. „So müsst ihr Euch bei mir gar nicht erst vorstellen. Und woanders habt ihr so ebenfalls keine Chance.“

Eine perfekte Bewerbung, ein sicheres Auftreten und ein gepflegtes Äußeres sind ebenso wie die Aussagen auf unserem Montessori-Zeugnis zu Pünktlichkeit, Zuerlässigkeit und Sorgfalt fast wichtiger als die Noten in Mathe, Deutsch und Englisch.

Wer hätte das gedacht? Auch ob 10B- oder 10A-Abschluss, so Malermeister Zuck, ist nicht so entscheidend, wie Zuverlässigkeit und Freundlichkeit im Umgang mit Kunden.

Was heißt das für Schülerinnen und Schüler? Lernen ist überhaupt nicht unwichtig, aber ohne ein gutes Benehmen und Sorgfalt bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen (bei denen übrigens Frau Hartig unermüdlich hilft), wirds schwer.

Bei dem, was die Montessori-Hauptschule alles anbietet, müsste es eigentlich für niemanden zu schwer sein… Guckt doch einfach mal in Frau Hartigs Büro vorbei! Sie berät da gerne.


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Ein Kommentar zu “Podiumsdiskussion zur Ausbildungsplatz-Situation”

  1. Wolfgang K. sagt:

    Sehr geehrte Frau Frau Plancken,

    ich komme nicht umhin, zur letzten Veranstaltung einiges loszuwerden.

    Zunächst einmal möchte ich feststellen, dass ich das schulische Engagement pro-Schüler seitens der Lehrerschaft, und nicht zuletzt durch Sie, höchst lobenswert und vorbildlich finde – auch auf die Gefahr hin, mit meiner Meinung allein zu sein, denn es war für mich sehr befremdend und bedrückend, festzustellen, wieder einmal kaum Eltern anwesend zu finden. Ich wäre normalerweise auch nicht abkömmlich gewesen, aber – wo ein Wille, da auch ein Weg.

    Diese Veranstaltung war für meine Tochter Carrie-Ann eigentlich überflüssig, da sie bereits zu 100% weiß, was sie werden will und auch schon Lehrstellenbekundungen hat, die demnächst nach Auswahl gedeckelt werden.

    Umso denkwürdiger fand ich die Reaktionen der Schüler auf die Ansagen des Friseurmeisters Lupo. Ich persönlich hätte darauf ganz anders reagiert und nicht desinteressiert geschwiegen. Ich denke, dass Herr Lupo wohl auch mit Antworten oder Reaktionen gerechnet hat. Da frage ich mich „„Was bitte ist mit den Schüler los? Haben sie schon resigniert, bevor sie an die „Front“ gelangen?““

    Ich denke doch, dass die Schüler mitbekommen haben sollten, dass sie von ihren Lehrern nicht allein gelassen werden und auch damit rechnen dürfen, nach der Schule weiter zu kommen – sei es mit einer Lehrstelle oder weiterer möglicher Schulwege.

    Wie Sie wissen, waren unsere ersten Kinder Dustin, Cindy und Calvin auch auf Ihrer Schule und alle drei haben ihren Weg nach der 10b gemacht ===>
    Dustin hatte via Praktikum im 9. Schuljahr (wiederholt um in die 10b zu kommen) bereits seinen Lehrvertrag in der Tasche, absolvierte seine Lehre so erfolgreich, dass er seit Anfang dieses Jahres übernommen wurde.

    Cindy hatte nach einem privaten und schulischen Praktikum in der Neunten ihren Lehrvertrag bekommen und schließt ihre Ausbildung im Mai ab. Sie wurde Ende letzten Jahres vom Ehemann ihrer Lehrherrin abgeworben und hat somit ebenfalls im Anschluss ihrer Lehre eine feste Stelle.

    Calvin hatte ebenfalls über sein Praktikum, schulisch wie persönlich, seinen Lehrvertrag schon vor Ende der Schulzeit in der Tasche und ist bisher erfolgreich.

    ALLE Lehrherren waren von folgenden Fakten so angetan, um unseren Kindern einen Lehrvertrag anzubieten

    1. das Engagement, das Praktikum selbst zu suchen und nebenschulisch nochmals zu absolvieren

    2. das Auftreten der Jugendlichen, sowohl vom Erscheinungsbild (gepflegt und nicht gestylt), wie auch von deren Ansichten und Fähigkeiten zum erwählten Beruf

    3. die Bereitschaft, sich einzubringen und weiter zu lernen

    4. der Umgang mit den Gesellen und Kunden

    5. das Montessori-Zeugnis

    6. und zuletzt erst das eigentliche Zeugnis

    Für uns Eltern hat sich gezeigt, dass das Thema Hauptschulabschluss kein Makel ist, solange der Jugendliche dazu steht und zielstrebig an sich arbeitet. Zugleich bin ich froh, dass das Montessori-Zeugnis wieder eingeführt wurde und somit ein wertvolles Werkzeug für die Schüler darstellt.

    Es ist auch nicht zwingend nötig, gestylt, gestriegelt und gebürstet im „besten Kleidungsstück“ zum Vorstellungstermin zu erscheinen. Gerade im Handwerk, bei Berufen wie Maler, Maurer, Elektriker etc. wirkt das eher hinderlich, während es im Bereich Friseur, Kosmetik, Mode etc. förderlich ist. Alle Bereiche haben aber eines gemein und das ist das Auftreten des Aspiranten: Pünktlichkeit, Höflichkeit, gepflegtes Erscheinungsbild und Selbstbewusstsein.

    Dies kann ich aus über dreißig Jahren im Handwerk bestätigen, da es sich nicht gravierend geändert hat. Der positive Vorteil des Montessori-Schulbesuchs ist heutzutage fast Goldwert, denn die Tugenden aus einer solchen schulischen Bildung heraus ist eben, dass diese Schüler selbstbewusst, interessiert und neugierig/wissbegierig sind und über eine zumeist hohe soziale Kompetenz verfügen. Es hat auch immer wieder gezeigt, dass Hauptschüler durchaus bereit waren, in handwerklichen Berufen in Kauf zu nehmen, schmutzig zu werden.

    Umso betrüblicher fand ich jedoch, dass gleich nach Abschluss der Podiumsdiskussion der Großteil der Anwesenden verschwunden war und die Angebote der Podiumsbeteiligten kaum in Anspruch genommen wurden.

    Im Übrigen war ich durch die Beiträge der die Arbeitsagentur-für-Arbeit-Vertretenden negativ berührt, denn es ist wenig hilfreich, wenn bekundet wird, dass über 300 (?) Lehrstellen nicht besetzt werden konnten, weil sie wohl nicht attraktiv wären. Ist es nicht doch so, dass auch die Schüler erkennen oder erkannt haben, dass einige Berufe vielleicht eine Lehrstelle und nachfolgend eventuell eine Arbeitsstelle hergeben, dass sie aber zumeist nicht oder kaum zum Lebensunterhalt reichen? Gerade die angesprochenen Berufe zur Gastronomie und Pflege sind solche Aspiranten. Es wäre seitens der Arbeitsagentur sinnvoll und hilfreich, der Arbeitgeberseite klar zu machen, dass ein Hauptschüler ein genauso nachhaltiger Mitarbeiter sein kann, wie ein Realschüler oder Gymnasiast.

    Ich würde mich freuen, wenn Sie und Ihr Team auch weiterhin so engagiert weiter machen.

    Viele Grüße
    Wolfgang Kloweit

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