Special Olympics in Düsseldorf

Die Special Olympics Deutschland finden vom 19.5.-23.5.2014 in Düsseldorf statt. Unsere Montessori-Hauptschule hilft bei der Organisation dieser Spiele.

Viele Schülerinnen und Schüler haben sich freiwillig als Helfer gemeldet.  Seit Anfang dieser Woche sind sie nun auf den Sportstätten dabei und unterstützen die Sportler.

Fazit: Die Organisatoren des Internationalen Olympischen Komitees freuten sich riesig, denn die Special Olympics mit 4800 Sportlern in 18 Wettbewerben waren ein Riesenerfolg. Unsere Schüler waren als Helfer dabei und erlebten ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung.

Es war eben alles inklusiv, die selbstverständliche Hilfe und eben auch die Freude am Sport in der Gemeinschaft. So hofft auch Detlef Parr, Vize-Präsident der Special Olympics: „Düsseldorf war ein Meilenstein“. Meinen wir auch: ein Beispiel für selbstverständliches Teilnehmen aller am gesellschaftlichen Leben.

Tipp: Direkt nach den Fotos kommen „Fragen an Trainer und Coaches“ von Uli Meyer

 

28.5.14:    Hier jetzt erst einmal das gerade eingetroffene Interview mit unseren Schülern:

Ein Interview mit den Schülerhelfern der Montessori-Hauptschule und Frau Hutschenreuter-Becker

Mohamed und Michael betreuten während der Woche das Unified Fußball – Team „Astrid – Lindgren – Meltorf“
Frau H-B: „Warum habt Ihr Euch zu Helfern bei Special Olympics gemeldet und ausbilden lassen?“
Mohamed: „Ich wollte eine neue Lebenserfahrung machen. Inklusion beim Fußball – Turnier habe ich noch nicht erlebt!
Michael: „Helfen macht Spass!“
Frau H-B: „Welche Helferaufgaben hattet Ihr bei Euer Mannschaft?“
Michael: “ Die Temperaturen waren in den ersten Tagen sehr angestiegen und die Athleten benötigten viel Flüssigkeiten während des Wettkampfs.
So flitzten wir sehr oft mit vielen Wasserflaschen unter dem Arm zur nächsten „Wassertankstelle“, füllten die Flaschen auf und brachten sie den den Spielern zurück.“
Mohamed: „Während des Fußball -Turniers verletzte sich schon mal der ein oder andere Spieler. Dann besorgte ich bei den Sanitätern Eisbeutel, Pflaster oder Isomatten zum drauf legen, oder Sonnenschirme zum Schatten spenden.
Weiterhin begleiteten wir als „Wegweiser“ die Athleten zu den Sanitäranlagen, zu den Verpflegungszelten oder zur Unfallstation.
Während des Fußballspiels, feuerten wir natürlich die Mannschaft an und hielten unsere Plakate empor. Darauf stand zum Beispiel :
„Ihr schafft es“ oder „Klasse“, „Tor“, oder „Weiter so!“
Bei einem Sieg freuten wir uns mit den Spielern, bei einer Niederlage munterten wir sie auf.
Die Kommunikation mit den Spielern klappte von Anfang an gut und so erfuhren wir viel aus ihrem Leben: wo sie wohnten, arbeiten und Fußball trainierten.
Nach den Spielen sind wir dann noch mit allen Spielen der Mannschaft zum Rheinbad schwimmen gegangen. Das hat echt Spass gemacht!
Frau H-B: „Gil und Jerome, ihr seid beide im Fußballverein aktiv.Welche Unterschiede erlebt ihr hier bei den Special Olympics Turnieren?“
Gil: „Die Athleten sind total Sport begeistert! Die Spielzeit ist kürzer und in den Unified – Mannschaften spielen;
der Torwart, 3 nicht behinderte  und 4 behinderte Sportler miteinander. Auch Mädchen können in gemischten Mannschaften mit spielen.
Es gibt keine Abseitsregel und sonst gelten die Spielregeln für das Kleinfeld.
Die Spielzeit beträgt 2 x 15 Minuten.
Mario: “ Hier auf dem Spielfeld erlebt man die Freude und den Spass am Sport. Sie feuern sich gegenseitig mit Begeisterung an und spielen sehr fair. Da könnte
sich so mancher Profi was abgucken!
Laura und Lukas betreuten die Unified Damen und Herren Mannschaften aus Klein Wachau / Sachsen.
Frau H-B: Was hat Euch denn während der Woche bei Special Olympics besonders gut gefallen ?“
Laura: „1.Unter den behinderten und nicht behinderten Athleten wurde sehr fair gespielt und es gab kaum Aggressionen .
   2.  Es war eine große Familie, die einen sehr herzlich behandelt und aufgenommen hat und ich durfte dabei sein!
Lukas: “ Deutschland ist ein tolerantes Land was behinderte Menschen angeht. Die Special Olympics Spiele bieten geistig behinderten Menschen viele Möglichkeiten, dass sie ihre sportlichen Fähigkeiten in der Öffentlichkeit, genau wie gesunde Athleten,  zeigen können.
Es macht mich stolz, das wir (Schüler) daran teil haben durften.
 
Danke Special Olympics !!
.

Fotos unserer Helfer vor Ort:

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27.6.14:   Special Olympics – Fragen an Trainer und Coaches

Wie alle Schüler unserer Schule haben Frau Hutschenreuter-Becker und auch

ich Teams auf den Fußballfeldern der Unified Mannschaften betreut. So hatte

ich die Gelegenheit, immer wieder mit Trainern und Coaches zu sprechen und

bekam jedesmal gedultig ausführliche Antworten auf meine Fragen.

Frage: Was muss man tun, um an den Special Olympics im Bereich Fußball

teilzunehmen?

Antwort: Man muss lediglich sein Team anmelden. Qualifikationsspiele sind nicht

notwendig.

Frage: Mit welchen Kosten ist eine Teilnahme an den Special Olympics

verbunden?

Antwort: Die Teilnahmegebühr pro Spieler beträgt 60 €. Dazu kommen natürlich die

Kosten für die Fahrt und die Unterkunft. Je nachdem belaufen sich die

Kosten pro Spieler auf einen Betrag von 250-450 € . Das hängt davon

ab, von wo und wie man anreist, Auch die Qualität der Unterkunft ist

sehr unterschiedlich.

Frage: Wer trägt diese Kosten?

Antwort: Auch das ist sehr unterschiedlich. Einige Teams haben Sponsoren, die

die Kosten ganz oder zum Teil übernehmen. Auch durch Veranstal-

tungen wie Sponsorenläufe, Bazars und regelmäßige Verkaufsaktionen

wird Geld gesammelt. Die meisten Teams sind caritativen Organisa-

tionen wie Werkstätten, Lebenshilfe, Kirchen etc. angegliedert und

erhalten die Finzierung von dieser Seite ganz oder zum großen Teil.

Viele Spieler müssen aber auch einen Eigenanteil leisten, den sie von

dem wenigen Geld,, was sie verdienen, bestreiten. Auch gibt es Spieler,

die extra, um an den Special Olypics teilnehmen zu können, zusätzlich

arbeiten und z.B.Straßenmagazine verkaufen.

Frage: Was genau sind „Unified Teams“? Welche Regeln gelten?

Antwort: Unified Teams sind Mannschaften, die aus Spielern mit und ohne

Behinderung bestehen. In diesen Teams können auch Männer und

Frauen gemeinsam spielen. Bei den Mannschaften mit ungerader

Spielerzahl wie bei den 7ner Teams, muss immer ein Spieler mit

Behinderung mehr spielen als ohne Behinderung.

Die Regeln entsprechen bis auf wenige Ausnahmen den Regeln des DFB.

Es darf allerdings unbegrenzt ausgewechselt werden und der Torwart

darf den Rückpass eines Mitspielers aufnehmen. Auch gibt es eine

besondere Fair Play Regel, die besagt, dass Spieler, die bewusst und

fortwährend Mitspieler vom Spiel ausschließen, das Feld verlassen

müssen. Das kommt so gut wie gar nicht vor, da die Teams meist

vorbildlich die Regeln des Fair Play einhalten.

Frage: Haben sie vielleicht Beispiele aus diesem Turnier dafür, dass der Fair

Play Gedanke und nicht der unbedingte Siegeswille wirklich im

Vordergrund steht?

Antwort: In einem Spiel hatte eine Mannschaft nur noch vier gesunde Feldspie-

ler auf dem Platz. Daraufhin reduzierte das gegnerische Team

freiwillig seine Mannschaft auf ebenfalls vier Feldspieler.

In einem anderen Spiel hatten Spieler eines Teams ihre Fußballschuhe

in der Unterkunft vergessen. Der Gegner half dann mit Schuhen der

eigenen Spieler aus.

Mein persönlicher Eindruck der Special Olympics in Düsseldorf: Ich habe in all

den Jahren, in denen ich in Sachen Sport(besonders Fußball) unterwegs bin,

noch nie so viele freundliche und respektvolle Menschen getroffen wie bei den

Special Olympics. Das gilt für Spieler, Betreuer, Trainer und auch Zuschauer.

Bei allem Siegeswillen der Spieler und Mannschaften habe ich nicht einmal eine

Situation erlebt, wie man sie regelmäßig auf dem Fußballplatz oder im Fernsehen

beobachten kann. Das macht das Besondere und Einzigartige der Stimmung und

Atmosphäre der Special Olympics aus. Ein unvergessliches Erlebnis!!!

Uli Meyer


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