Unsere Geschichte zum 9.11.1989

An unserer Montessori-Schule haben Schülerinnen und Schüler schon immer viel bewegt. Auch eine eigene Geschichte zur deutsch-deutschen Wende des Jahres 1989 haben sie mitgeschrieben. Dieser Artikel will an eine bedeutungsvolle Schüler-Begegnung erinnern.

Redakteure der „MM-News“ (legendäre Schülerzeitung der Montis) luden damals Schülerinnen und Schüler aus Ostberlin nach Düsseldorf ein. Gemeinsam produzierten sie die erste deutsch-deutsche Schülerzeitung. Und mit genau dieser Ausgabe wurde „MM News“ 1990 als beste Schülerzeitung des Landes NRW ausgezeichnet (überreicht durch Bildungsminister Hans Schwier).

Die Schülerredakteure sind immer noch in Kontakt. Martina wurde Krankenschwester, Silvia Buchhändlerin, Mike macht was mit Medien, soweit die Düsseldorfer. Und die damaligen Ostberliner Redakteure? Annette arbeitet als Kindererzieherin in Berlin und Angelika wurde Ärztin und lebt in den USA.

„Mir wurde erst später klar, welche Bedeutung unser damaliges Schülerzeitungsprojekt hatte. Politik war nicht mein Ding, aber durch die vielen Gespräche mit Annette und Angelika wurde mir deutlich, was Menschen im Osten alles erlebt und durchgemacht hatten.“ So erinnert sich Martina heute an ihre Erlebnisse als 16jährige Redakteurin (ein Foto im Anhang zeigt sie mit ihrer früheren Redaktionskollegin Silvia beim aktuellen Ehemaligenabend).

Annette, damals auch 16, sagt heute: „Bin beim heutigen Rummel um die Wendeereignisse eher verhalten. Schwanke zwischen Zurückhaltung und Ergriffenheit hin und her. Will von der DDR einfach nichts mehr hören. Mir wurde damals erst beim Schreiben für andere klar, wie verrückt unsere Verhältnisse in der DDR waren. Unser Besuch bei Euch ist eine wunderbare Erinnerung.“

Unsere Schule hatte damals ein gutes Gespür für geschichtliche Entwicklungen. So fuhren unsere damaligen Abschlussklassen bei ihren Klassenfahrten nach Westberlin. Sie hatte damals Kontakt zur Gemeinde der Erlöserkirche in Ostberlin-Lichtenberg aufgenommen. So kam es in den Sommern 1988 und 1989 zu deutsch-deutschen Schüler-Begegnungen in Ostberlin. Kontakte wurden geknüpft und gepflegt.

Als die Mauer fiel, kontaktierten die Redakteure von MM-News zusammen mit mir als ihrem Lehrer die Ostberliner Freunde in der Erlöserkirche in Lichtenberg.

Erst wurde es nichts mit einem Besuch aus Ostberlin, weil der damalige Ostberliner Schulleiter dies nicht erlaubte. Aber man fand eine Lösung und so besuchten uns Annette und Angelika über Silvester (1989/90) in Düsseldorf. Die Monti-Redakteure tauschten sich mit ihrem Besuch nicht nur über ihr Leben aus, zeigten ihnen nicht nur Düsseldorf, sondern machten auch einen Kurztrip nach Holland ans Meer und nach Amsterdam zum Anne Frank Haus.

Das Ergebnis dieser Begegnung könnt ihr in den über 30 Seiten der ersten deutsch-deutschen Schülerzeitung lesen.

Nach nochmaligem Lesen dieser Ausgabe war ich sehr berührt von den Artikeln dieser tollen Schülerinnen und Schüler. Ein echtes Zeitdokument aus der Sicht von Jugendlichen mit erstaunlich vielen detaillierten und sehr persönlichen Beobachtungen sowie Beschreibungen der damaligen deutsch-deutschen Lebensbedingungen.

Hier könnt Ihr die Schülerzeitung Nr. 11 als PDF-Datei downloaden und ausdrucken:
https://mega.co.nz/#!NJ92yILR!sCjT7IablO8c8ooYD7VOLdvloEAr0WrpOnAiRWIODRY

Einige Artikelüberschriften zum Anteasern:

Meine ersten Eindrücke vom „goldenen Westen“

Erinnerungen an unsere bisherige Schulzeit

Was wäre, wenn …?

Was passiert, wenn man einen Lehrer in der DDR kritisiert?

Kleines Wörterbuch der DDR-Sprache

Kleiderordnung der FDJ

Gedanken zu unserem Holland-Besuch

Ein Tag nach Öffnung der Grenze

zusätzlich noch Interviews und vieles mehr :-)

(Die MM-News erschien von 1985 bis 2001 und wurde durch unsere Homepages abgelöst)

Titel MM News Nr 11  1989 1990 MM-NEWS-bringts-noch-immer Foto Ehemailigen Redakteur-der-MM-NEWS mmnews

 

 

Von Bernd Kowol

 


Hinterlasse einen Kommentar, oder trackback von deiner eigenen Webseite.

Kommentar schreiben

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.