Wenn schon, denn schon: 2 x 0:4

Zweimal 0:4 – und viele Fragen eines fußballbegeisterten Sportlehrers

Am Donnerstag, 29.11.12, nahm seit vielen Jahren mal wieder eine Fußballschulmannschaft unserer Schule(Jahrgang 97 und jünger) an den Spielen um die Düsseldorfer Stadtmeisterschaft teil.

Leider wurden uns zwei Gymnasien zugelost: das Geschwister-Scholl-Gymnasium und das Sportgymnasium Lessing, der amtierende deutsche Meister dieser Altersklasse. So kamen die beiden Niederlagen auch in dieser Höhe nicht gerade unerwartet, doch möchte ich einen Blick darauf werfen, wie es zu dieser Teilnahme überhaupt kam und und von welchen Umständen sie begleitet wurden.

In den letzten beiden Schuljahren haben Schulmannschaften der jüngeren Jahrgänge an den Stadtmeisterschaften und verschiedenen Turnieren teilgenommen. Dabei zeigten diese Spieler spielerisch schöne und erfolgreiche Spiele und fielen besonders durch ihren Teamgeist auf.

Darauf sprachen mich in den Pausen immer häufiger ältere Spieler an, die auch einmal an den Stadtmeisterschaften teilnehmen wollten. Deswegen bot ich in diesem Schuljahr auch eine Fußball-AG zum Aufbau einer Schulmannschaft an.

Leider kamen zu Beginn gerade einmal ein Hand voll Spieler, so dass ich anfing, Schüler persönlich anzusprechen. Zusammen mit Omid stellte ich eine Liste von 23 Spielern zusammen, die für die Schulmannschaft in Frage kamen.

Doch selbst jetzt erschienen höchstens einmal zwölf Schüler zum Training, so dass mir schon einige Frage durch den Kopf gingen.

Wieso kommen von neun angesprochenen Siebtklässlern, die alle noch im letzten Schuljahr begeistert und gut Fußball gespielt haben, ganze zwei zum Training?

Wieso zeigt ein Neuntklässler, der zu den besten Fußballern unserer Schule gehört, keinerlei Interesse an der Schulmannschaft?

Wie kann es sein, dass ein weiterer Neuntklässler, der seine Teilnahme fest zugesagt hatte, am Tag des Turniers diese mit der Begründung absagt, seine Fußballsachen wären zu klein?

Was bilden sich denn Zehnklässler ein, die sich weigern auf Positionen zu spielen, die ihnen der Trainer aus taktischen Gründen zuweist?

Was geht eigentlich in den Köpfen von „sogenannten“ Fußballern vor, die sich in der Kabine über die taktische Vorbesprechung lustig machen oder dem Trainer demonstrativ den Rücken zuwenden? Und dann noch während der zweiten Niederlage gröhlend und lachend übers Feld laufen und in der Kabine lauthals brüllen:„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“.

Nicht vergessen möchte ich aber trotzdem Gil, Omid und alle Spieler der Klasse 8a, die bis zur letzten Sekunde alles gegeben haben und sich nicht von den schlechten Vorbildern haben anstecken lassen. Trotzdem wird das wohl das letzte mal gewesen sein, dass ich mit einer Mannschaft der älteren Jahrgänge an den Stadtmeisterschaften teilnehme und Gefahr laufe, den Ruf unserer Schule zu blamieren.

Uli Meyer


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