Maria Montessori – Friedenserziehung heute

Io prego i cari bambini, che possono tutto, di unirsi a me per la costruzione della pace negli uomini e nel mondo!

Übersetzt bedeutet dieses:

„Ich bitte die lieben Kinder, die ihr alles vermögt, mit mir zusammen für den Aufbau des Friedens unter uns Menschen und in der Welt zu arbeiten.“

Diese Worte Maria Montessoris kann jeder lesen, der ihr Grab in Nordwijk (Niederlande) besucht. Maria Montessoris Pädagogik ist insofern eine Friedenspädagogik, als sie im Kern das soziale Miteinander bzw. das Schaffen und Pflegen von gleichwertigen Beziehungen zum Ziel hat.
Angesichts der aktuellen bedrohlichen politischen Situation ist Maria Montessoris Pädagogik aktueller denn je. Maria Montessoris Wirken ankerte in ihrem Glauben, dass Kinder und Jugendliche, die in der Gemeinschaft zu starken Persönlichkeiten werden und im Miteinander trainiert sind, Garanten einer friedlicheren Gesellschaft werden.

Mit der Entwicklung des Konzepts der kosmischen Erziehung zeigt sich Maria Montessori ihrer Zeit weit voraus. Sie kann als Pionierin der Bildung für nachhaltige Entwicklung gelten. So wünschte sie sich, dass Kinder von Anfang an die großen Zusammenhänge zwischen Natur und Mensch erkunden können und so früh wie möglich Verantwortung für das eigene Tun übernehmen. Lernen dürfe nie Vermittlung zusammenhanglosen Wissens aus verschiedenen Lernbereichen sein. Jeder kann mithelfen, dass wir uns als Gäste auf dieser Welt so verhalten, dass es genug für alle auch in der Zukunft gibt.  Wichtig ist Montessori vor allem die Aufgabe, „jenes menschliche Verstehen und jene Solidarität zu entwickeln, die heute so sehr fehlen“ (Maria Montessori: Kosmische Erziehung, Kleine Schriften 1, Freiburg 1988, S. 93f.).

An der Städtischen Montessori-Hauptschule vereinen wir eine bunte Mischung aus verschiedenen Nationalitäten und Glaubensrichtungen.

Wie können wir mit unserer multikulturellen Zusammensetzung Toleranz und einen friedlichen Umgang verwirklichen?

Freiarbeit und projektorientierter Unterricht geben den SchülerInnen Raum und Zeit, selbständig zu lernen und zu arbeiten. Ich-Stärke fördern unter anderem auch durch eigenständige Lösung selbstgewählter Aufgaben per „Polarisation der Aufmerksamkeit“.

Maria Montessori ist eine Pionierin des heute systemisch-konstruktivistisch bezeichneten Lernens und war auch damit ihrer Zeit weit voraus. Nicht nach Lehren – oder deutlicher nach Belehren im Frontalunterricht – stand ihr der Sinn, sondern als „Anwalt des Kindes“ lenkte sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Lernen nach eigenen Wegen.

„Hilf mir, es selbst zu tun!“ ist Montessoris formulierte Schüleraufforderung an Pädagogen. Ihr Programm der Altersmischung von Klassen- und Jahrgangstufen enthält auch die Option und Bedingung der Förderung von Peer-Group-Education. Hier werden die Kinder und Jugendlichen im „learning by doing“ bzw. durch gezielte Fördermaßnahmen ausgebildet, selbst sozialpädagogisch unter Gleichaltrigen tätig zu werden. Gerade durch die Hilfe für andere helfen sie sich auch selbst. Sie lernen dadurch doppelt. Außerdem schließen sie Förder-Lücken der Erwachsenen. Zum einen wären wir überfordert, die vielen Probleme der Kinder mit lösen zu wollen und zum anderen sind wir schließlich als Erwachsene oft ein Teil ihrer Probleme.

Maria Montessori betonte: „Die Freiheit des Kindes hat als Grenze das Interesse der Gemeinschaft.“ Dem Mit- und Füreinander beim Lernen teilt sie eine zentrale Rolle zu. Mit unserem Buddy-Beitrag – als einer Variation der Peer-Group-Education – wollen wir an unserer Montessori-Hauptschule gerade auch das Verstehen von uns und den anderen im Schulalltag verbessern und damit Raum für neue Handlungsmöglichkeiten schaffen.

An unserer Schule wurde im Schuljahr 1998/99 das Buddy-Projekt vom Straßenkinder- zum vorbeugenden Schul – Projekt weiterentwickelt (http://www.montessori-hauptschule.de/allgemein/unsere-buddy-geschichte).

In einer Montessori-Schule sollte es nicht i s o l i e r t um die Vermittlung von Fachwissen gehen, sondern – gut balanciert zwischen Wissen und Sinn – darum, was wir zum Wohl der Gemeinschaft mit unserem Wissen anfangen können und wie wir miteinander umgehen. Umso mehr heute, wo es zusätzlich zur Tradierung unseres Wissens um operatives, um breites und abstraktes Orientierungswissen geht. Das Lösen von Problemen klappt heute mehr denn je mit vernetztem Denken, mit Phantasie, Kreativität und vor allem Kooperation.

Ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lernens ist es, Voraussetzungen und Bedingungen zu schaffen, einander besser zu verstehen. Das Buddy-Prinzip ist nichts anderes als die Bereitschaft für uns und andere Verantwortung zu übernehmen. Die Klassenratsarbeit und die Lernteams in den einzelnen Klassenstufen sowie die Schülermitwirkungsarbeit sind wirkungsvolle Orte der Umsetzung.  Je mehr SchülerInnen – gerade wenn sie in Not geraten – Ansprechpartner und Buddys kennen, denen sie sich anvertrauen können, umso eher können wir die bekannte Abwärtsspirale verhindern: Resignation, Abhauen, Drogen und Gewalt gegen sich und andere.

Buddy-Motti sind bei uns folgerichtig: „Packst Du mich an, packe ich aus!“ , „Wir achten aufeinander! Wir achten einander!“

Wir engagieren uns einfach nachhaltig, uns und anderen zu helfen, weil beim „Wir“ alle gewinnen.

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